Der Demenzsimulator kehrt zurück

02.03.2026, Bad Zurzach

Zum zweiten Mal luden wir dazu ein, die Welt von Menschen mit Demenz hautnah zu erleben und der Andrang war erneut gross.

Schon letztes Jahr hat der Demenzsimulator tiefe Eindrücke hinterlassen. Dieses Jahr öffneten wir im Februar, in Zusammenarbeit mit Pro Senectute Aargau, erneut unsere Türen. An drei Tagen war der Parcours für die Öffentlichkeit zugänglich, anschliessend konnten auch die Mitarbeitenden des Pfauen und der Pro Senectute die 13 Stationen durchlaufen.

Wenn der Alltag plötzlich fremd wird
Demenz ist ein Oberbegriff für mehr als hundert verschiedene Krankheiten, die das Gehirn in seiner Funktion stören. Besonders betroffen sind die geistigen Fähigkeiten wie Denken, Gedächtnis, Orientierung und Sprache, die allmählich aus dem Gleichgewicht geraten. Dadurch verlieren die Betroffenen nach und nach die Fähigkeit, alltägliche Aufgaben zu bewältigen. Der Simulator macht dieses Erleben auf eindrückliche Weise fühlbar: nicht durch blosse Erklärungen, sondern durch eigenes Erfahren.

Plötzlich wird das Mittagessen zur Geduldsprobe, die Hände gehorchen nicht mehr, Messer und Gabel fühlen sich fremd an. Einfache Strassenschilder sollen gezeichnet werden, doch der Blick in den Spiegel bringt den Kopf ins Strudeln: Was die Hand tun soll und was sie tatsächlich tut, passt nicht mehr zusammen. Spezielle Brillen, die die Sicht mal vollständig, mal nur teilweise einschränkten, verstärkten das Gefühl von Orientierungslosigkeit. So wird nachvollziehbar, warum solche Momente bei Betroffenen Frustration, Wut, Scham oder Verzweiflung auslösen. Und warum es viel Geduld und Einfühlungsvermögen braucht, um an ihrer Seite zu sein.

Ein Vortrag, der Herzen öffnet
Den Abschluss bildete das Referat von Hannes Weber vor rund 70 Gästen. Unter dem Titel «Was passiert, wenn Menschen sich verstanden fühlen?» entführte er das Publikum in die Welt der Empathie. Wie entsteht echtes Vertrauen? Wie lässt sich die Verbundenheit konkret im Alltag stärken, gerade im Umgang mit Menschen, die an Demenz erkrankt sind?

Hannes Weber, der viele Jahre in der psychogeriatrischen Pflege tätig war und heute als Validationstrainer arbeitet, versteht es, fachliche Tiefe mit menschlicher Wärme zu verbinden. Sein Vortrag war ein kompakter Schnelldurchgang jener dreiteiligen Weiterbildung, die die Mitarbeitenden des Pfauen bereits letztes Jahr geniessen durften. Das Referat fand grossen Anklang, auch bei jenen, die die Weiterbildung bereits besucht hatten.

Berührt und bereichert
Der Demenzsimulator war auch in diesem Jahr ein voller Erfolg. Viele nahmen neue Perspektiven und ein tieferes Verständnis für die Lebenswelt von Menschen mit Demenz mit nach Hause. Der Simulator schafft etwas, das Worte allein kaum vermögen. Er lässt spüren, was es bedeutet, wenn das Vertraute plötzlich fremd wird, und weckt damit Empathie, die im Alltag wirklich zählt.